Dienstag, Januar 30, 2007

Situatives Gedankenspiel

Ich sitze in der Vorlesung und es geht um Handlungsorientierung. Zwei Studentinnen geben einen Ausblick auf ein Regenwurm-Projekt, natürlich wurden die Viecher nicht gequält. Dann frage ich mich allerdings, was mit Parfüm und Essig penetrieren sonst sein soll... Sie waren gut gelaunt, so stand's zumindest in der Powerpoint-Präsentation.
Jetzt widmen wi uns dem Hammerwerk und ich weiß endlich, was eine Nockenwelle ist. Vorne steht ein Modell, sehr anschaulich. Neben mir sitzt Anna. Sie ist so müde, dass sie einpennt. Ständig fallen ihre Augen zu und ich habe Angst, dass ihr Kopf gleich auf das Pult fällt. Vielleicht sollte ich sie mal wecken. Die arme Anna, wir hätten gestern besser nicht so ewig telefonieren sollen. Aber wie sie gestern versprochen hat, gibt es heute Schokokekse. Meine Aufzeichnungen haben natürlich schon einen Fleck.
Ich lasse meinen Blick durch den Hörsaal schweifen. Aus den Wänden gucken Kabel hervor, die Wände sind notdürftig und fleckig verputzt und angemalt. Ich kann wohl froh sein, wenn ich hier rauskommen, ohne dass die halbe Uni über meinem Kopf zusammen bricht.
Anna ist jetzt wach und hat erstmal ihr Wasserflasche mit einem lauten Krach umgeworfen. Ihr Plan für die nächste dreiviertel Stunde besteht jetzt aus Kaffee holen und natürlich trinken und dann wird mitgeschrieben.
Morgen bin ich zum Kaffee im Salon Schmitz verabredet. Ich treffe das Elitäre I-Tüpfelchen. Warum auch immer ich 9.30 h vorgeschlagen habe!? Dann muss ich heute wohl früh ins Bett. Aber es gibt zu Hause auch nicht mehr viel zu tun. Ich habe nämlich heute schon 1 1/2 blaue Säcke Schuhe aussortiert und meinen Kleiderschrank um einen Sack für die Kleidersammlung erleichtert. Das Ganze wird zur Zeit noch auf dem Balkon zwischengelagert. Jetzt ist mein Schuhregal auch wieder zu erkennen und sieht nicht mehr aus wie die Zugspitze aus Schuhen bestehend.
Ich grüße euch da draußen und lasst es euch gut gehen, während ich noch bis 18.00 h im Kolloquium sitze.

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