Dienstag, April 14, 2009

Eigenblutekel oder meine Venen sind nicht zum Rumstochern da!

Es war mal wieder so weit. Ich musste zur Blutentnahme. Bewusst darüber war ich mir gestern schon. Mein Vorhaben ließ mich auch in der letzten Nacht nicht gut schlafen. So um vier Uhr heute morgen wachte ich schweißnass gebadet auf. Wie ich das hasse.
Ich mache mich früh genug auf den Weg, um das Ganze so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Auf dem Fahrrad kriegt man viel frische Luft, das bringt den Kreislauf in Schwung. Dem wäre wohl auch so gewesen, hätte ich nicht eine dreiviertel Stunde warten müssen. Da sackt der Kreislauf schon fast von alleine zusammen, die mitgebrachte Cola hilft auch nicht mehr. Tick...............................tack, die Zeit verstreicht ganz langsam. Meine Hände werden immer feuchter.
Der Nächste bitte! Endlich, das bin ich. Ich soll schonmal Platz nehmen. Im Sitzen? Geht gar nicht, also schonmal hinlegen. Ganz vorsichtig melde ich mich zu Wort. Von wegen sehr empfindlich - naja, wohl eher panisch, meinen jetzt nassen Händen nach zu urteilen - und so. Normalerweise kriege ich immer die besonders dünne Kindernadel, heute nicht.
Dann muss ich eine Faust machen, eine Vene soll sich zeigen, was sie aber nicht tut. Also tatscht mir die Dame im weißen Kittel auf und im Arm rum. Durch ihre seltsamen Brillengläser sehen ihre Augen riesig und angsteinflößend aus. Dann kommt sie mit dieser riesigen Kanüle an, zack in den Arm rein. Aber das Blut will nicht laufen. Stocher, stocher, stech, stech.
Ich werde immer bleicher und es tut sich nichts. Somit wird die Kollegin herbei zitiert, die dann als erstes bemerkt, dass besagte Dame an einer Hand zu wenig begummihandschuht ist. Super, auch das noch, ist mir vor lauter Aufregung nicht aufgefallen. Ich werde immer zittriger. Ich soll mich doch mal entspannen. Wie denn, wenn ihr mir beschreibt, dass das Blut zu langsam und auch noch an meinem Arm entlang läuft?
Ich versuche krampfhaft nicht hinzuschauen. Guck an die Decke, sag ich mir. Mein linker, nicht betroffener Arm macht was er will. Ich halte mir die Nase zu, wahrscheinlich eine Übersprungshandlung. Die beiden stechen abwechselnd tiefer in die Vene und drücken auf meinem Arm rum. Mir wird ganz schummrig. Dann fühle ich wie das warme Blut an meinem Arm runterläuft. Meinen Deckenblick kann ich nicht länger halten. Ich muss hinsehen. Das hätte ich besser gelassen. Denn kurz nachdem ich von dem Ding in meinem Arm befreit werde wird mir auch schon schwarz vor Augen. Ich hatte sie gewarnt. Nachdem ich wieder zu mir gekommen bin ist mir übel ohne Ende. Danke auch.