Weil Miss Wunder Mathe bestanden und jetzt ihr Staatsexamen in der Tasche hat, gibt's eine riesige Belohnung. Das Frolleinwunder fliegt nach Australien und lernt, was es heißt, mit dem Rucksack zu reisen und sich auf 20 Kilo Maximalgepäck zu beschränken. Am 1. September geht es los, für 4 Monate heißt es dann Good-Bye Germany, Welcome Down-Under. In der Zeit steht ihre super schöne, ruhige, sonnige, knapp 40 qm Traumwohnung in Köln Lindenthal leer. Und deshalb sucht Miss Wunder jetzt einen Zwischenmieter für ihre voll ausgestattete und komplett möblierte Wohnung (490 Euro warm) mit Wohnküche, Schlafzimmer, Flur, Loggia und Wannenbad. Er oder sie sollte natürlich ihre Wohnung genauso lieben wie sie selbst und mit ihren Sachen gut umgehen. Dann können auch Kabel, Beachcruiser, Festnetz und Fernseher benutzt werden. Vielleicht kann er oder sie ja auch das Blumengießen übernehmen? Ach so, Bus 136 und Linie 7 sind nur eine Minute Fußweg entfernt und bis zur Uni dauert es nur 10 Minuten mit dem Fahrrad.
Bei Interesse bitte unter Kommentaren melden!
Freitag, Juni 29, 2007
Donnerstag, Juni 28, 2007
Wenn ich einer von den andern wär...
Montag, Juni 25, 2007
Köln-Exkursion
Wir trafen uns mittags mit unseren Rädern an der Venloer Straße. Ein Weihnachtsgeschenk war einzulösen - eine ganz private Exkursion durch Ehrenfeld und Braunsfeld. Los ging es am Helioshaus, durch die Lichtstraße, auf's Vulkangelände (wo wir uns einen Standort von Rheindesign anguckten und Flo den keyboardspielenden Musikstudenten an seinem Cateringstand ablöste, damit dieser neue Batterien für sein Instrument besorgen konnte, um danach einhändig Kinderlieder zu billigen Beats zum Besten zu geben und mit der anderen Hand kleine Köstlichkeiten zuzubereiten), an weiteren Standorten trugen alle Beteiligten kleine Passagen aus einem Exkursionsführer vor und so kam es, dass wir mehr als drei Stunden auf dem Rad saßen und unseren Horizont bezüglich der schönsten Stadt der Welt zu erweitern. (An dieser Stelle ein ordentliches 'tztztzt' an Pistole! Wo warst du?) Zum Abschluss waren wir noch in Odonien. Danach teilten sich die Wege und wir fuhren noch zu fünft zu einem Straßenfest auf dem sich Claudi einen Hoolahoopreifen kaufte, keiner von uns damit umgehen konnte und ein kleiner, ungefähr fünf-bis-zehnjähriger Junge uns ordentlich was vormachte. Dort gab es auch kleine Schokotaler mit Liebesperlen obendrauf, die gab's früher immer zu meinem Geburtstag, super Kindheitserinnerung und so lecker.
Sonntag, Juni 24, 2007
Freitag, Juni 22, 2007
Ich stecke knietief in einer Erschöpfungsdepression
Die Erschöpfungsdepression ist eine Sonderform der Depression. Nach einer Dauerbelastung tritt nach Ende dieser Belastung plötzlich eine schwere Depression auf, z.B. nach dem Examen. Diese Depression hat multiple Ursachen: zum einen ist sie eine körperlich-seelische Reaktion, eine “Dekompensation” nach einer Überforderung, zum anderen konnte oft in der Überforderungssituation nicht ausreichend Abschied genommen werden z.B. von der Uni, vom alten Wohnort etc.
Wer hilft mir? Hat jemand was für mich zu tun? Kann jemand bei mir einziehen und auf mich aufpassen? Meine Hand halten? Und mich trösten?
Wer hilft mir? Hat jemand was für mich zu tun? Kann jemand bei mir einziehen und auf mich aufpassen? Meine Hand halten? Und mich trösten?
Dienstag, Juni 19, 2007
Zackikowski
...war mein Visum da. Am Samstag beantragt und Sonntag schon genehmigt. Jetzt muss ich nur noch meine Wohnung los werden. Jemand Interesse an einer Zwischenmiete von September bis Ende Dezember im wunderschönen Köln und dort natürlich im schönsten Stadtteil? Die Nachbarn ertragen im Übrigen so einiges...
Donnerstag, Juni 14, 2007
YEEEEEAAAAHHHHH
Leute, wer hat Mathe bestanden? Und damit sein Studium der Mathematik erfolgreich abgeschlossen?
Mittwoch, Juni 13, 2007
Examen oder Freizeit, was ist das?
Da saß ich nun wochenlang in der Bib. Feiertage und Wochenenden gab es quasi gar nicht. Ich habe mich nur mit dem Wandel der Familie, der Veränderten Kindheit und mit Kinderrechten, der UN-Konvention von '89, dem Kindschaftsrecht und dem KJHG beschäftigt. Ein Semester lang in der ersten Reihe gesessen und mitgearbeitet was das Zeug hielt. Am Montag war ich sehr aufgeregt und der Kandidat, der vor mir dran war, kam mit strahlendem Gesicht aus seiner Prüfung und raunte mir nur 'eins null' entgegen. Ätzend. Mein Herz schlug noch schneller. Aber was soll ich sagen?! Meine Prüfung war super. Die Prüfer richtig gut drauf, wir haben sogar gelacht und uns angeregt unterhalten. Der Beisitzer war mir schon bei den Klausuren aufgefallen. Ein netter älterer Herr. Dann war die Zeit auch schon vorbei. Ich musste raus und traf mich vor der Tür wieder mit meinem Bauchkribbeln, dass ich bei Betreten des Raumes draußen gelassen hatte. Zwei Sekunden später ging die Tür auch schon wieder auf und ich hatte die zweite 1.0 des Tages. Yeah! Aber ich warte immer noch auf Mathe...
Dienstag, Juni 05, 2007
Rock am Ring 2007
Der Freitag beginnt stressig, ich muss noch zu meiner Dozentin. Viel zu spät komme ich heim und laufe wie ein aufgeregtes Huhn umher, weiß nicht, was ich zuerst machen soll. Die Taschen sind seit gestern gepackt und ich weiß jetzt schon, dass sie viel zu voll sind. Christoph und Miriam aka Schatz und Schatz holen uns ab und wir kriegen alles ins Auto. Noch nicht ganz aus der Stadt raus gibt es schon den Wodka-Wackelpeter, ich glaube wir haben alle nix gefrühstückt, für jeden eine ordentliche Portion.
Wir kommen gut durch und mogeln uns bis zu unserem bereits reservierten Zeltplatz durch und finden auch sofort einen Parkplatz. Das Wetter ist ok, es regnet mäßig aber konstant. Frau Ose schafft es sofort, ihre Kamera im Matsch zu verlieren, die ich aber schnell wieder finde. Peter und Daniel sind unser Begrüßungskomitee und helfen beim Schleppen. Unser Zelt ist bereits aufgebaut, wir müssen nur noch unseren Kram rein werfen. Hier auf C1 leben wir in einer Symbiose mit einem Firestarter, Verlobten und Studis. Hier spülen fremde Jungs unser Geschirr, Claudi schnorrt ein Glas Senf und Schweizer geben ein 1A Trötkonzert.
Gemeinsam machen wir uns auf den langen Weg zum Festivalgelände. Böse Erinnerungen werden wach. Bin ich nicht jahrelang diesen fiesen Berg hoch gelaufen? Die Campingplätze, die den Weg säumen sind bereits total zugemüllt, die Leute in bester Laune und die Wolken sehr ergiebig. Eine Gruppe von Leuten hat einen Spanferkelgrill aufgebaut und das dazugehörige Schwein besteht nur noch aus einem Skelett und seinem Kopf, indem ein Messer steckt. Wie viele Leute braucht es um innerhalb eines Tages ein ganzes Schwein zu vernichten?
Endlich oben angekommen suchen wir den VIP-Eingang, wir müssen nicht anstehen, niemand interessiert sich für meine Tasche. Von der Tribüne aus haben wir den perfekten Blick auf die Centerstage, es gibt Toiletten und ein Dach gegen den Regen. Wir treffen Elite I und begeben uns zur Alternastage. Wir sehen uns Razorlight an, der Sänger überzeugt uns im hautengen weißen Outfit. Die Musik ist richtig gut und wir haben so viel Spaß, dass unsere Hosen bald total matschig sind. Jan Delay kann mich nicht überzeugen, aber den Rest der Menge. Die Zeit nutzen wir für eine kleine Pause und erkunden den Backstage-Bereich. Auf dem Weg zu den Arctic Monkeys finden wir den verschollenen Pistole-Pete wieder. Wir schleppen ihn zu den Monkeys. Hier geht es ganz schön rund, so langsam tun meine Füße weh. Zeit, ein bisschen rumzujammern. Wir stolpern die Berge runter zu unserem schönen Zeltplatz. Die Nacht ist kalt, und da das Zelt im Hang steht, rutschen wir immer wieder nach unten, alle Stunde robben wir nach oben, um halbwegs ausgestreckt liegen zu können. Meine Ohropax vermögen nicht den ganzen Krach fernzuhalten. Draußen kracht es, jemand macht Feuerwerk, System of a Down läuft im Repeat-Modus…
Am Samstagmorgen braucht Miriam viel zu früh erstmal zwei Vomex, mir geht es soweit gut. Ich habe Rücken! Frau Ose und Frau Wunder beschließen zu duschen und sind für manche nicht hart genug. Wir stehen eine halbe Stunde an, zahlen 2.50 für eine kalte Dusche mit 100 anderen und genießen das einzigartige Gefühl. Zum Frühstück gibt es abgepacktes Brot mit abgepacktem Käse, dazu Wein, Bier, was das Herz begehrt. Nebenbei wird fleißig Daniels nächtlicher Zustand diskutiert und Peters aufopfernde Hilfe, die begleitet wer von Satzfragmenten wie z.B.: „Links. Daniel. Nein. Nicht hier.“ Mittags wird gegrillt und Bohnen nach alter Cowboymanier im Feuer gewärmt. Wir sitzen alle in einem großen Kreis und starren verstört ins Feuer. Unser Nachbar Lars kommt irgendwie auf die Idee, das größte Feuer der Welt zu entzünden. Oben ohne und mit Axt macht er sich ans Werk, uns ist viel zu heiß. Langsam zeigt sich die Sonne.
Irgendwann klettern wir wieder den Berg hoch. Auf dem Weg kriegt Frau Ose eine Ladung Wasser ab und rächt sich mit klebrigem Wein. Wir sehen noch die letzte Performance von Jared Leto, der bis unter die Decke der Centerstage kraxelt und von dort oben einen ganzen Song singt. Wolfmother schauen wir uns komplett an, warten aber eigentlich auf die Kaiser Chiefs. Sie eröffnen mit „Everyday I love you less and less“ und die Menge flippt aus. Verrückte Rockerbräute entblößen ihre Brüste und ein Typ schafft es fast 20 Mal, sich beim Crowdsurfing über das vordere Viertel tragen zu lassen, er wird nicht müde. Von oben sieht das ganz schön beeindruckend aus. Wir stehen da, wo Markus Kavka seine Show moderiert. Hier hängen auch die Toten Hosen ab, die kleinen Killerpilze, Eva Padberg, voll gestylt, sieht super aus, vor allem sauber, aber Hauptsache Gummistiefel, Jessica Schwarz, die nicht mehr ganz so gerade läuft... Alle reißen die Arme hoch, die ganze Menge springt rum und die Kaiser Chiefs haben ihren Spaß. Danach rocken Mando Diao und wir sind sofort verliebt, weniger in die Musik, als vielmehr ins Gustaf. Anschließend gebe ich mein erstes Radio-Interview für einen kolumbianischen Radiosender. Die Beatsteaks gehen sehr krass ab und Armin versprüht seinen ganzen Charme. Auch der erste Auftritt nach der Wiedervereinigung der Smashing Pumpkins ist gut. Passen zwar nicht ins musikalische Konzept, zeigen aber, was sie drauf haben. Billy Corgan kann mittlerweile sogar lachen.
Den ganzen Tag haben wir uns auf der Tribüne geschont. Um 0.10 Uhr spielen Sugarplum Fairy im Soundwave-Zelt. Nach wenigen Minuten sind wir durchgeschwitzt. Mittlerweile reichen die Leute noch komischer als bei normalen Konzerten. Die Fairies haben Spaß und die Mandos winken von hinter der Bühne – schwedisches Familientreffen. Zum Schluss fange ich einen Drumstick, aber gierige Kids treten mir hemmungslos auf die Hände und ich schneide mir den Finger an einer Scherbe auf. Danke, da lass ich lieber los, ihr kleinen Monster! Die zweite Nacht ist nicht mehr so schlimm.
Sonntags beteiligen wir uns wieder an der Waschparade. Das Schweineskelett hängt immer noch am Grill. Die Zeltplätze sehen mittlerweile auch aus wie Sau. Heute gibt es Erbsensuppe zum Frühstück. Christoph lässt sich von seiner Liebsten bekochen und instruiert sie beim Umgang mit dem Campingkocher. Von einer eingebildeten Metallvergiftung erholt sich Miriam schnell und ruft ihren Schatz zum gemäßigten Bierkonsum auf. Danach wir abgebaut und gepackt. Wir treffen meinen alten Freund Micha, der total verdreckt auf ein Glas Wein zum Frühschoppen einlädt. Die Becher sind ok nachdem wir sie mit Sprudelwasser ausgespült haben. Ein kleiner Spaziergang über den Zeltplatz führt uns an einer interessanten selbstgebauten Pissoir-Konstruktion vorbei, die Jungs pinkeln gegen eine Plastikplane, die sie neben ihren Zelten an zwei Pfosten festgemacht haben. Vorbildlich räumen wir unseren Platz auf und vergrillen alle Reste. Wurst und Schwenki schmecken auch am Sonntag noch.
Aus sämtlichen Bierlaunen entwickelt Pistole-Pete einige Weisheiten an diesem Wochenende. Hier meine Favourites:
a) Als Mitglieder einer U-Boot-Besatzung würden Claudi und ich als Ratten bezeichnet, ob unseres übertriebenen Reinheitswahns. Wer duscht, findet nämlich, dass die anderen mehr stinken.
b) Meinen Sonnenbrand verdanke ich der Tribüne, weil man da näher an der Sonne ist.
Ein letztes Mal geht es den Berg hoch. Unser Weinkanister fasst von insgesamt 5 noch 3 Liter, oben angekommen ist er leer. Alle 20 Meter machen wir eine kleine Pause weil wir so durstig sind. Paolo Nutini lädt Claudi zu wildem Ausdrucktanz ein. Maximo Park rocken die Scheiße fett und wir können uns innerhalb nur eines Liedes von ganz hinten bis ganz vorne vorschummeln. Auf unserem Rückweg ermöglichen uns die besonderen Tickets Respekt von den Securities, die uns da durchlassen, wo alle anderen stehen bleiben müssen. The Kooks schaue ich mir von weiter hinten mit Peter, Eva, Benjamin, Daniel und Leo und seiner Bandkollegin an. Sehr spaßige Angelegenheit zu der Peter einen „Verschnitt an Weinen“ reicht. Danach geht es nach Hause.
Im Auto spielt Christoph ganz melancholisch Nino de Angelo und wir sind jenseits von Eden. Wir kommen gut und schnell zu Hause an und sind für nächstes Jahr wieder verabredet. Ich schlafe schnell und tief. Zu früh wache ich auf. Den ganzen Tag fühle ich mich wie alkoholisiert und bin total fertig. Ich schaffe es nicht zu waschen oder das Zelt zu lüften. Bestimmt habe ich komische Insekten nach Köln eingeführt, die es am Ring in Massen gibt. Seltsame Exemplare, ob die sich wohl aus dem ganzen Müll entwickelt haben? Mein Kühlschrank ist leer, ich finde noch eine Dose Bohnen, aber mir vergeht der Appetit. Ich knusper ein paar Scheiben Knäcke, ist jetzt bestimmt auch besser für den Magen.
Wir kommen gut durch und mogeln uns bis zu unserem bereits reservierten Zeltplatz durch und finden auch sofort einen Parkplatz. Das Wetter ist ok, es regnet mäßig aber konstant. Frau Ose schafft es sofort, ihre Kamera im Matsch zu verlieren, die ich aber schnell wieder finde. Peter und Daniel sind unser Begrüßungskomitee und helfen beim Schleppen. Unser Zelt ist bereits aufgebaut, wir müssen nur noch unseren Kram rein werfen. Hier auf C1 leben wir in einer Symbiose mit einem Firestarter, Verlobten und Studis. Hier spülen fremde Jungs unser Geschirr, Claudi schnorrt ein Glas Senf und Schweizer geben ein 1A Trötkonzert.
Gemeinsam machen wir uns auf den langen Weg zum Festivalgelände. Böse Erinnerungen werden wach. Bin ich nicht jahrelang diesen fiesen Berg hoch gelaufen? Die Campingplätze, die den Weg säumen sind bereits total zugemüllt, die Leute in bester Laune und die Wolken sehr ergiebig. Eine Gruppe von Leuten hat einen Spanferkelgrill aufgebaut und das dazugehörige Schwein besteht nur noch aus einem Skelett und seinem Kopf, indem ein Messer steckt. Wie viele Leute braucht es um innerhalb eines Tages ein ganzes Schwein zu vernichten?
Endlich oben angekommen suchen wir den VIP-Eingang, wir müssen nicht anstehen, niemand interessiert sich für meine Tasche. Von der Tribüne aus haben wir den perfekten Blick auf die Centerstage, es gibt Toiletten und ein Dach gegen den Regen. Wir treffen Elite I und begeben uns zur Alternastage. Wir sehen uns Razorlight an, der Sänger überzeugt uns im hautengen weißen Outfit. Die Musik ist richtig gut und wir haben so viel Spaß, dass unsere Hosen bald total matschig sind. Jan Delay kann mich nicht überzeugen, aber den Rest der Menge. Die Zeit nutzen wir für eine kleine Pause und erkunden den Backstage-Bereich. Auf dem Weg zu den Arctic Monkeys finden wir den verschollenen Pistole-Pete wieder. Wir schleppen ihn zu den Monkeys. Hier geht es ganz schön rund, so langsam tun meine Füße weh. Zeit, ein bisschen rumzujammern. Wir stolpern die Berge runter zu unserem schönen Zeltplatz. Die Nacht ist kalt, und da das Zelt im Hang steht, rutschen wir immer wieder nach unten, alle Stunde robben wir nach oben, um halbwegs ausgestreckt liegen zu können. Meine Ohropax vermögen nicht den ganzen Krach fernzuhalten. Draußen kracht es, jemand macht Feuerwerk, System of a Down läuft im Repeat-Modus…
Am Samstagmorgen braucht Miriam viel zu früh erstmal zwei Vomex, mir geht es soweit gut. Ich habe Rücken! Frau Ose und Frau Wunder beschließen zu duschen und sind für manche nicht hart genug. Wir stehen eine halbe Stunde an, zahlen 2.50 für eine kalte Dusche mit 100 anderen und genießen das einzigartige Gefühl. Zum Frühstück gibt es abgepacktes Brot mit abgepacktem Käse, dazu Wein, Bier, was das Herz begehrt. Nebenbei wird fleißig Daniels nächtlicher Zustand diskutiert und Peters aufopfernde Hilfe, die begleitet wer von Satzfragmenten wie z.B.: „Links. Daniel. Nein. Nicht hier.“ Mittags wird gegrillt und Bohnen nach alter Cowboymanier im Feuer gewärmt. Wir sitzen alle in einem großen Kreis und starren verstört ins Feuer. Unser Nachbar Lars kommt irgendwie auf die Idee, das größte Feuer der Welt zu entzünden. Oben ohne und mit Axt macht er sich ans Werk, uns ist viel zu heiß. Langsam zeigt sich die Sonne.
Irgendwann klettern wir wieder den Berg hoch. Auf dem Weg kriegt Frau Ose eine Ladung Wasser ab und rächt sich mit klebrigem Wein. Wir sehen noch die letzte Performance von Jared Leto, der bis unter die Decke der Centerstage kraxelt und von dort oben einen ganzen Song singt. Wolfmother schauen wir uns komplett an, warten aber eigentlich auf die Kaiser Chiefs. Sie eröffnen mit „Everyday I love you less and less“ und die Menge flippt aus. Verrückte Rockerbräute entblößen ihre Brüste und ein Typ schafft es fast 20 Mal, sich beim Crowdsurfing über das vordere Viertel tragen zu lassen, er wird nicht müde. Von oben sieht das ganz schön beeindruckend aus. Wir stehen da, wo Markus Kavka seine Show moderiert. Hier hängen auch die Toten Hosen ab, die kleinen Killerpilze, Eva Padberg, voll gestylt, sieht super aus, vor allem sauber, aber Hauptsache Gummistiefel, Jessica Schwarz, die nicht mehr ganz so gerade läuft... Alle reißen die Arme hoch, die ganze Menge springt rum und die Kaiser Chiefs haben ihren Spaß. Danach rocken Mando Diao und wir sind sofort verliebt, weniger in die Musik, als vielmehr ins Gustaf. Anschließend gebe ich mein erstes Radio-Interview für einen kolumbianischen Radiosender. Die Beatsteaks gehen sehr krass ab und Armin versprüht seinen ganzen Charme. Auch der erste Auftritt nach der Wiedervereinigung der Smashing Pumpkins ist gut. Passen zwar nicht ins musikalische Konzept, zeigen aber, was sie drauf haben. Billy Corgan kann mittlerweile sogar lachen.
Den ganzen Tag haben wir uns auf der Tribüne geschont. Um 0.10 Uhr spielen Sugarplum Fairy im Soundwave-Zelt. Nach wenigen Minuten sind wir durchgeschwitzt. Mittlerweile reichen die Leute noch komischer als bei normalen Konzerten. Die Fairies haben Spaß und die Mandos winken von hinter der Bühne – schwedisches Familientreffen. Zum Schluss fange ich einen Drumstick, aber gierige Kids treten mir hemmungslos auf die Hände und ich schneide mir den Finger an einer Scherbe auf. Danke, da lass ich lieber los, ihr kleinen Monster! Die zweite Nacht ist nicht mehr so schlimm.
Sonntags beteiligen wir uns wieder an der Waschparade. Das Schweineskelett hängt immer noch am Grill. Die Zeltplätze sehen mittlerweile auch aus wie Sau. Heute gibt es Erbsensuppe zum Frühstück. Christoph lässt sich von seiner Liebsten bekochen und instruiert sie beim Umgang mit dem Campingkocher. Von einer eingebildeten Metallvergiftung erholt sich Miriam schnell und ruft ihren Schatz zum gemäßigten Bierkonsum auf. Danach wir abgebaut und gepackt. Wir treffen meinen alten Freund Micha, der total verdreckt auf ein Glas Wein zum Frühschoppen einlädt. Die Becher sind ok nachdem wir sie mit Sprudelwasser ausgespült haben. Ein kleiner Spaziergang über den Zeltplatz führt uns an einer interessanten selbstgebauten Pissoir-Konstruktion vorbei, die Jungs pinkeln gegen eine Plastikplane, die sie neben ihren Zelten an zwei Pfosten festgemacht haben. Vorbildlich räumen wir unseren Platz auf und vergrillen alle Reste. Wurst und Schwenki schmecken auch am Sonntag noch.
Aus sämtlichen Bierlaunen entwickelt Pistole-Pete einige Weisheiten an diesem Wochenende. Hier meine Favourites:
a) Als Mitglieder einer U-Boot-Besatzung würden Claudi und ich als Ratten bezeichnet, ob unseres übertriebenen Reinheitswahns. Wer duscht, findet nämlich, dass die anderen mehr stinken.
b) Meinen Sonnenbrand verdanke ich der Tribüne, weil man da näher an der Sonne ist.
Ein letztes Mal geht es den Berg hoch. Unser Weinkanister fasst von insgesamt 5 noch 3 Liter, oben angekommen ist er leer. Alle 20 Meter machen wir eine kleine Pause weil wir so durstig sind. Paolo Nutini lädt Claudi zu wildem Ausdrucktanz ein. Maximo Park rocken die Scheiße fett und wir können uns innerhalb nur eines Liedes von ganz hinten bis ganz vorne vorschummeln. Auf unserem Rückweg ermöglichen uns die besonderen Tickets Respekt von den Securities, die uns da durchlassen, wo alle anderen stehen bleiben müssen. The Kooks schaue ich mir von weiter hinten mit Peter, Eva, Benjamin, Daniel und Leo und seiner Bandkollegin an. Sehr spaßige Angelegenheit zu der Peter einen „Verschnitt an Weinen“ reicht. Danach geht es nach Hause.
Im Auto spielt Christoph ganz melancholisch Nino de Angelo und wir sind jenseits von Eden. Wir kommen gut und schnell zu Hause an und sind für nächstes Jahr wieder verabredet. Ich schlafe schnell und tief. Zu früh wache ich auf. Den ganzen Tag fühle ich mich wie alkoholisiert und bin total fertig. Ich schaffe es nicht zu waschen oder das Zelt zu lüften. Bestimmt habe ich komische Insekten nach Köln eingeführt, die es am Ring in Massen gibt. Seltsame Exemplare, ob die sich wohl aus dem ganzen Müll entwickelt haben? Mein Kühlschrank ist leer, ich finde noch eine Dose Bohnen, aber mir vergeht der Appetit. Ich knusper ein paar Scheiben Knäcke, ist jetzt bestimmt auch besser für den Magen.
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