Donnerstag, Juli 24, 2008

Sleeping in Airports

Die Webseite hat nicht zu viel versprochen. Ich bin gerade in Seoul Incheon auf dem Flughafen. Die Nacht habe ich im Transithotel verbracht. Zwanzig Stunden hier rumhaengen waere mir ein bisschen zu viel geworden. Wobei man hier viele tolle Dinge machen kann. Man kann sich massieren lassen, es gibt eine koreanische Sauna, Duschen im Transitbereich. Es gibt Lounges in der Relaxarea, da kann man ungestoert abhaengen, auf tollen Liegen, es ist still. Es gibt zwei Internetzonen, die eine ist mit normalen Computern und Buerostuehlen ausgestattet, die zweite mit Sony Notebooks und ziemlich bequemen Sesseln. Ich habe hier meine Kopfhoerer eingestoepselt und hoere Musik, trinke Kaffee und warte darauf, dass ich boarden kann. Noch eine Stunde und es wird nicht langweilig. Alles verlaeuft planmaessig und ich sollte wohl am Donnerstag um 17.00 in Frankfurt landen.

Luis auf dem Flug OZ 602 Sydney - Seoul Incheon

Hilfe! Ich bin auf eine ueberdimensionalen Klassenfahrt gelandet. Komme morgens um viertel vor sieben auf dem Flughafen in Sydney an und dieser ist vollgepackt mit WJD-Pilgern. Die haben es sich zur Aufgabe gemacht, im Weg rumzustehn, Gepaeck im Weg liegen zu lassen und viel zu frueh am Morgen schon gut gelaunt zu sein. Soweit so gut. In meinem Flieger sieht es aber noch viel schlimmer aus. Das ganze Flugzeug ist voll mit denen. Zugegeben, ein paar Koreaner sind auch noch an Bord, aber irgendwie zaehlen die nicht. Vor mir Pilger, hinter mir Pilger und neben mir: Pilger. Was die Sache aber so schlimm macht, das sind alles Teenager, amerikanische Teenager. Alle sind erkaeltet, niesen rum, dass man schon nicht mehr von Troepfcheninfektion sprechen kann. Direkt neben mir sitzt Luis, der kaut mit offenem Mund, so, dass es richtig schoen schmatzt. Macht nichts, ich habe ja Oropax mit. Nichts wie rein damit, aber da habe ich nicht mit seinem lauten Lachen zu 'Americas funniest Homevideos' gerechnet, dringt trotz echt fest sitzender Ohrstoepsel an Hammer, Ambos und Co. Gerne trommelt er auch auf seinem Ausklapptisch rum. Die Armlehne habe ich mir schon abgeschminkt, da sein Arm fast auf mir haengt und alle paar Minuten ruepelhafte Beruehrungen stattfinden. Ich schmiege mich ans Fenster, ziehe mir den Schal vor Mund und Nase, setze meine Schlafbrille auf und uebe mich in Geduld. Elf Stunden koennen ganz schoen lang sein. Die erste Mahlzeit haben wir hinter uns, aber es schmatzt und schmatzt und schmatz neben mir weiter, mit offenem Mund versteht sich. Und es niest, so mit Rotz gegen den Vordersitz. Ich ekel mich. Gerade bin ich eingeschlafen, auf diesem Flug uebrigens mal ganz ohne Schlaftabletten, da bruellt es neben mir los. Zwei Reihen vor uns sitzt seine Angebetete. Es werden kleine Briefchen geschrieben und hin und her geworfen, nicht ohne dies vorher lautstark anzukuendigen. Die armen Menschen, die genau dazwischen sitzen. Dann ist es an der Zeit Plaetze zu tauschen. Baeumchen wechsel dich! Waehrend der elf Stunden muss ich mal aufs Oertchen. Ich kaempfe mich durch pubertierende Pilgermassen zum WC durch. Warte ziemlich lange, bis sich dort die Tuer oeffnet. Es ueberrascht mich dann auch nicht, als zwei daemlich grinsende Jungs rauskommen, der Spiegel demoliert aussieht und die Sicherheitsaufkleber zum Lueftungssystem des Fliegers angeknibbelt sind. Weil ich so genervt bin, bestelle ich mir zum Dinner ein Bier. Und was servieren die Saecke? VB! Tom, kannst du dir das vorstellen? Wir haben dieses Bier doch immer Very Backpacker genannt, weil es das Billobier ist und man ausnahmsweise mal keinen Goon trinken wollte. Bevor wir dann auf Coopers und Penfolds umgestiegen sind und Dan Murphys unser Lieblingsort wurde. Ich habe das Bier dann runtergekippt zu meinem ersten Bi-Bim-Bap, dem koreanischen Traditionsgericht. War ganz lecker, das Essen. Nach diesem Bier hatte ich einen sitzen. 45 Minuten spaeter bin ich in Seoul gelandet. An dieser Stelle moechte ich noch kurz anmerken, dass es sich bei Luis um kein Einzelschicksal handelt.

Sonntag, Juli 20, 2008

nights out with the girls












Gambling at the RSL

Ich habe die Poking Machine gespielt und 60 Dollar gewonnen. Die RSL-Clubs stehen voll mit den Dingern und reihenweise sitzten Aussies an den Teilen und verzocken ihre Kohle. Hier gibt es nicht neben den Anonymen Alkis auch die Anonymen Spieler und die sind mindestens genauso frequentiert.

What happens at Crazy Cove stays at Crazy Cove


Meine Zeit im Daycare Center in Balmain ist jetzt endgueltig vorbei. Nachdem ich im Januar dort aufgehoert habe, haben ziemlich viele Leute dort gearbeitet. Alle haben ihre extremen Macken und ich bewundere Alex dafuer, dass sie immer noch den Laden leitet. Alle zwei Wochen will jemand anderes kuendigen, weil sie z.B. keine Verantwortung uebernehmen will oder sonst was. Ich glaube, hier ist es zu einfach einen Job zu finden. Vivien, eine 34jaehrige Chinesin, mit der ich letztes Jahr gearbeitet habe, konnte sich nicht mal die Zeilen von 'Incy wincy spider' merken, sie wiederholte immer und immer wieder die erste Zeile, die armen Kinder. Sie musste gehen, weil sie sich um nichts mehr gekuemmert hat. Alex glaubt, dass der Standort des Centers verflucht ist und alle die dort anfangen zu arbeiten irgendwie bekloppt sind. Von den Eltern will ich gar nicht anfangen. Die Kids sind teilweise ok. Haben allerdings auch alle so ihre Macken. Sie brauchen zu viel Aufmerksamkeit und ich werde wohl nie wieder mit so jungen, kleinen, winzigen Menschen zusammenarbeiten. Auf Dauer wuerde ich das nicht aushalten.

Montag, Juli 14, 2008

taking a deep breath in byron bay









Wenn Brisbane schon bedeutet Zeit zu haben, dann gilt das erst recht fuer Byron Bay. Mein Hostel liegt direkt am Meer und ich kann zum Einschlafen dem Meeresrauschen zuhoeren. Die Menschen hier sind alle sehr entspannt und sind sehr nett, was ueber das australische Darling, Love... hinausgeht. Auf meinem Flat White ist ein Herz und er stammt aus kontrolliert biologischem Anbau, wie fast alles andere hier auch.


Byron ist ein Ort fuer Einsteiger und Aussteiger. Hier gibt es viele Hippies, Surfer, Rastazoepfen auf Menschenkoepfen, Menschen die von oben bis unten taetowiert sind, Skater, Backpacker ohne Ende, erstaunlich viele Menschen in Rollstuehlen, Campervans von Wicked ueber Hippie und Britz bis zu ganz alten VW-Bussen mit geteilten Windschutzscheiben. Keine Chance fuer D&Gsonnenbebrillte Schickeria. McDonalds & Co existieren hier nicht. Ueberall hoert man Jack Johnson aehnliche Musik. Bald findet hier das Splendour in the Grass Festival statt, mit ziemlich vielen Superbands: http://www.splendourinthegrass.com/


Ich habe den Reinforest Walk und eine Radtour zum Lighthouse am Cape Byron hinter mir. Meine Uhr lasse ich im Hostel, denn die Zeit interessiert hier nicht.


Gerade wandern die Buckelwale in den Norden und es muessen Tausende sein. Man sieht sie vom Strand aus, sie sind riesig. Gestern morgen habe ich 14 gesehen. Jedes Mal wenn man einen sehen kann, ist es als wuerde die Zeit stehen bleiben. Alle drehen sich Richtung Meer, Strandaktivitaeten werden sein gelassen, es ist ganz still, man hoert nur die Brandung und die riesigen Schwanzflossen der Meeresgiganten sind zu sehen wie sie aufs Wasser platschen.


Gestern war der schoenste Wintertag den ich in Australien erlebt habe. Nachmittags sass ich am Strand und habe auf das Meer geblickt, ganz langsam zogen Wolken auf und alles wurde in ein sonderbar schoenes Licht getaucht, ich habe mich in meine Decke eingewickelt und in diesem Moment spielte Lou Reed's Perfect Day auf meinem Ipod. Bin sehr zufrieden gerade. Zum Dinner gab es dann frisch gefangenen und gegrillten Fisch mit Chips. WJD-Pilger aus Italien luden zum Singen und Tanzen ein, ich habe lieber zu gesehen.


Wollte jetzt eigentlich nach Brunswick Head fahren, wo Tom und ich auf unserer gemeinsamen Reise unfreiwillig gelandet sind, nachdem unser Camper zusammengebrochen war und wir dann dort das Glueck auf Erden fanden. Aber ich glaube der Coachfahrer hat vor lauter Chillen vergessen, dass er heute arbeiten soll, denn der Bus kam auch nach einer halben Stunde warten nicht. Egal.


Ich habe das Gefuehl, auf diesem Fleckchen Erde liegt ein ganz besonderer Zauber.












DIESES BILD ZEIGT DEN REST VOM WAL! HABE LEIDER KEINE BESSERE KAMERA ODER EIN SUPEROBJEKTIV:(

Samstag, Juli 12, 2008

Brisbane ist...








Brisbane ist...












...warm, kann meinen Atem hier nicht sehen, wie bei Alex im Haus.


...Backpacking.


...wohnen im Hostel mit allem drum und dran: Hostelessen, Kakerlaken, Zimmer teilen mit zu vielen Leuten weil billig.


...Markt am Samstag, 1st & 2nd Hand, begleitet von zwei Typen, die dazu ganz tolle Musik machen, ein Aboriginal aus Far North Queensland flechtet mir einen Frosch.


...Zeit haben.


...ein 'You're cool, fellas' vom Busfahrer, wenn man ein gueltiges Ticket hat.


...Streetart in Form von tausend bunten Stromkaesten.


...ganz viele Museen.


...mehr als ein Laundromat, lieber Tom. Gestern einen in New Farm entdeckt. Ach ja, die Schweine machen ueberall Werbung fuer Wicked. Pay with your soul not your wallet! Stimmt irgendwie, auf dem Trip haben wir doch auch ein Stueck unserer Seelen gelassen.


...sehr stylish. Hippie, Indie, Rock, Piercings, bunte Haare, Gummistiefel, alles.


...neue Schuhe: Goldilocks von Doc Martens. I'm so 1997 at the moment!


...warten auf den Greyhound Bus, der mich heute noch nach Byron Bay bringt.


...immer noch Queensland und die Leute nicht ganz so nett wie in NSW, gestern haben mir zwei Taiwanesinnen berichtet, dass Asiaten hier ziemlich diskriminiert werden. Auf nach Sydney, da sind die Leute easy, habe ich vorgeschlagen.




Sonntag, Juli 06, 2008

giving the wicked witch a broom

Mit diesen Worten zog Gavin gerade an mir vorbei. Heute nacht ging es heiss her in der Catherine Street 234. Man hat sich ordentlich gefetzt. So laut, dass ich heute nacht um vier Uhr aufgestanden bin und die Herrschaften zur Besinnung aufgerufen habe. Heute morgen gings dann weiter. Sie haben sich aber dann wieder vertragen und zum Abschluss lagen wir alle in Alex' Bett und es gab eine Gruppenumarmung. Fuer den Krach wurden einfach die Aborigines verantwortlich gemacht, die die Strasse runter wohnen. Ja, so ist das hier.
Zum Versoehnungsessen ging es nach Chinatown zum YUMCHA. Ein riesiges chinesisches Restaurant, in dem Menschen mit kleinen Wagen an einem vorbeirauschen und lustige undefinierbare Dinge zum Essen in Holzschaelchen bereithalten. Gut, wenn man jemand dabei hat, der weiss, worum es sich handelt und man nicht die Katze im Sack kauft. Es gab leckere Dimsims, Dumplings, Huehnerfuesse, ganz viel Seafood und Gruentee en masse. Auf gemeine Weise wurden Barramundis, Regenbogenfische, Riesenkrabben und Hummer mit viel zu vielen Artgenossen auf einem Haufen in winzigen Aquarien vor unserer Nase zum Kochen bereit gehalten. Haben aber geschmeckt. Im Paddys Market gabs dann neben viel Schrott auch noch sehr billig das Obst fuer die kommenden Tage.
Es ist jetzt 17.20 Uhr, fast dunkel und draussen noch immer viel waermer als hier drin. Gleich wird sich unter die Decke gekuschelt und gelesen. Hoffe das Hostel in Brissie und Byron ist waermer.

Mittwoch, Juli 02, 2008

going up the coast

Fluege nach Brissie und Byron Bay gebucht.

Rugby League: State of Origin



Heute Abend gaben sich The Blues aka The Cockroaches aka New South Wales und The Marones aka The Canetoads aka Queensland die Ehre. Schwere Jungs mit viel Muckis und Testosteron und vor allem Blumenkohlohren. Die stinkigen Queenslander haben gewonnen, nachdem sie viel und hart gekaempft haben, war auf jeden Fall spannender als das EM-Finale.