

Gestern Abend war der Filmklub auf Exkursion. Ich hatte den neuesten Film von David Lynch "Inland Empire" ausgewählt. War für die restlichen Mitglieder als Einstieg in die Lynch-Welt wohl etwas zu hart. Claudi ist nach 1 1/2 Stunden gegangen und Pistole hat gemeckert. Ich bin euch wohl eine Erklärung schuldig. Ich bin sehr froh, dass ich bis zum Ende geblieben bin.
Der Film beginnt mit dem Blick auf eine Nadel in einer Plattenrille und mit einer Frau, die ein altes polnisches Lied singt: „Ein kleines Mädchen wollte spielen, doch sie ging verloren, als wäre sie nur halb geboren …“. Dann sieht man ein Paar, dessen Köpfe unkenntlich gemacht sind, während sie über Sex reden. Es folgt der Blick in einen Wohnraum, in dem sich drei Menschen mit Hasenköpfen befinden. Die drei Hasen-Menschen sitzen entweder regungslos auf einem Sofa oder bügeln. Diese Szenen sind der Kurzfilmserie Rabbits, die David Lynch 2002 auf seiner Website veröffentlichte, entnommen.
Dann sieht man die Hauptdarstellerin des Films, Nikki Grace, die in Kürze eine Affäre mit einem Schauspielkollegen beginnen wird. Nikki war vor Jahren eine renommierte Hollywood-Schauspielerin, die durch ihre Heirat mit einem polnischen Mann vermögend wurde. Das Paar wohnt in einer herrschaftlichen Villa mit Dienstpersonal. Es beginnt eine Geschichte von Dreharbeiten zu einem großen Kinofilm. Nikki Grace bekommt die Chance auf ein großes Leinwand-Comeback in dem Film On High in Blue Tomorrows. Bald darauf findet Nikki heraus, dass es sich beim dem Film offenbar um ein unautorisiertes Hollywood-Remake des deutschen Films 47 (ausgesprochen „Vier Sieben“) handelt. Dies bestätigt ihr der Regisseur und sagt, die Produzenten hätten auch ihn zunächst in Unkenntnis darüber gelassen hätten. 47 sei niemals beendet worden, da die Hauptdarsteller zu Tode gekommen seien, bevor der Film fertig gedreht war.
Auch dieses Mal werden die Dreharbeiten mit jedem Shot des Regisseurs mysteriöser; Zeit und Raum verschieben sich für Nikki. Sie trifft auf Susan „Sue“ Blue, ihr früheres Ich, die Realität verschwimmt – auch deshalb, weil Nikki und Sue den selben Ehemann namens Piotrek Krol haben. Fordern die verstorbenen Akteure des früheren Films Tribut? Permanent tauchen die drei Hasen-Menschen auf und geben allerlei rätselhafte Äußerungen von sich, während vom Band aus dem Off hierzu Lacher eingespielt werden. Immer wieder stellt Nikki entsetzt fest, dass sie sich noch in der Filmhandlung befindet, obwohl sie längst wieder in ihrer persönlichen Wirklichkeit zu sein scheint. Der Film zeigt Nikkis Weg durch etliche Flure, ihren Blick in Fenster und Räume (darunter ist auch der für Lynch-Filme typische „Pink Room“) in dem selten etwas anderes passiert, als dass Menschen voller Panik in den Augen verharren.
Nikki sieht bei ihrem Weg durch das Inland-Empire-Labyrinth junge nackte Mädchen, die ihr raten, mit einer Zigarre ein Loch in Seide zu brennen um durch das Loch in die Zukunft zu blicken, sie begegnet einem Grammophon-Phantom und später dessen Schwester, hat eine mysteriöse Nachbarin, die unangemeldet in Nikkis Wohnung steht um diese vor der Annahme der neuen Rolle zu warnen und die ihr zudem aufgibt, Parabeln zu lösen. Auf ihrem Weg enträtselt Nikki bzw. Susan die Geschichte eines von Ost-Europa ausgehenden Prostituiertenhändlerrings, der von Zirkusclowns geleitet wird, entdeckt den Zirkus („Cyrk Zalewsky“) in einer Fabrikhalle und stellt fest, dass 47 ursprünglich in Polen gedreht worden war. Ebenso ist 47 die Nummer des Hotelzimmers, in dem die früheren Morde geschahen.
Mit fortschreitender Dauer des Film spürt Nikki, dass ihre Suche nach der eigenen Identität in den einzelnen Filmwelten hintergründig eine Konfrontation mit ihren eigenen Ängsten ist. Dies ist der rote Faden des Films: weshalb hat der Mensch Angst und wovor. Nikki hält dabei nur die einzelnen Teile des Film zusammen, spielt einmal die Dame aus feiner Gesellschaft und dann wieder eine Prostituierte. Die Schlüsselszene für Nikki ist eine Passage auf dem Walk of Fame in Hollywood, in welcher ihr (oder Sue?) ein Schraubenzieher in den Leib gestochen wird. Sie verblutet hilflos zwischen Obdachlosen, bis eine Kamera sichtbar wird, die das Ganze als Filmszene entlarvt.
Dann sieht man die Hauptdarstellerin des Films, Nikki Grace, die in Kürze eine Affäre mit einem Schauspielkollegen beginnen wird. Nikki war vor Jahren eine renommierte Hollywood-Schauspielerin, die durch ihre Heirat mit einem polnischen Mann vermögend wurde. Das Paar wohnt in einer herrschaftlichen Villa mit Dienstpersonal. Es beginnt eine Geschichte von Dreharbeiten zu einem großen Kinofilm. Nikki Grace bekommt die Chance auf ein großes Leinwand-Comeback in dem Film On High in Blue Tomorrows. Bald darauf findet Nikki heraus, dass es sich beim dem Film offenbar um ein unautorisiertes Hollywood-Remake des deutschen Films 47 (ausgesprochen „Vier Sieben“) handelt. Dies bestätigt ihr der Regisseur und sagt, die Produzenten hätten auch ihn zunächst in Unkenntnis darüber gelassen hätten. 47 sei niemals beendet worden, da die Hauptdarsteller zu Tode gekommen seien, bevor der Film fertig gedreht war.
Auch dieses Mal werden die Dreharbeiten mit jedem Shot des Regisseurs mysteriöser; Zeit und Raum verschieben sich für Nikki. Sie trifft auf Susan „Sue“ Blue, ihr früheres Ich, die Realität verschwimmt – auch deshalb, weil Nikki und Sue den selben Ehemann namens Piotrek Krol haben. Fordern die verstorbenen Akteure des früheren Films Tribut? Permanent tauchen die drei Hasen-Menschen auf und geben allerlei rätselhafte Äußerungen von sich, während vom Band aus dem Off hierzu Lacher eingespielt werden. Immer wieder stellt Nikki entsetzt fest, dass sie sich noch in der Filmhandlung befindet, obwohl sie längst wieder in ihrer persönlichen Wirklichkeit zu sein scheint. Der Film zeigt Nikkis Weg durch etliche Flure, ihren Blick in Fenster und Räume (darunter ist auch der für Lynch-Filme typische „Pink Room“) in dem selten etwas anderes passiert, als dass Menschen voller Panik in den Augen verharren.
Nikki sieht bei ihrem Weg durch das Inland-Empire-Labyrinth junge nackte Mädchen, die ihr raten, mit einer Zigarre ein Loch in Seide zu brennen um durch das Loch in die Zukunft zu blicken, sie begegnet einem Grammophon-Phantom und später dessen Schwester, hat eine mysteriöse Nachbarin, die unangemeldet in Nikkis Wohnung steht um diese vor der Annahme der neuen Rolle zu warnen und die ihr zudem aufgibt, Parabeln zu lösen. Auf ihrem Weg enträtselt Nikki bzw. Susan die Geschichte eines von Ost-Europa ausgehenden Prostituiertenhändlerrings, der von Zirkusclowns geleitet wird, entdeckt den Zirkus („Cyrk Zalewsky“) in einer Fabrikhalle und stellt fest, dass 47 ursprünglich in Polen gedreht worden war. Ebenso ist 47 die Nummer des Hotelzimmers, in dem die früheren Morde geschahen.
Mit fortschreitender Dauer des Film spürt Nikki, dass ihre Suche nach der eigenen Identität in den einzelnen Filmwelten hintergründig eine Konfrontation mit ihren eigenen Ängsten ist. Dies ist der rote Faden des Films: weshalb hat der Mensch Angst und wovor. Nikki hält dabei nur die einzelnen Teile des Film zusammen, spielt einmal die Dame aus feiner Gesellschaft und dann wieder eine Prostituierte. Die Schlüsselszene für Nikki ist eine Passage auf dem Walk of Fame in Hollywood, in welcher ihr (oder Sue?) ein Schraubenzieher in den Leib gestochen wird. Sie verblutet hilflos zwischen Obdachlosen, bis eine Kamera sichtbar wird, die das Ganze als Filmszene entlarvt.
Schon bei der Biennale in Venedig, wo der Film Anfang September 2006 erstaufgeführt wurde, löste er unterschiedliche Reaktionen aus. Einig waren sich Kritiker wie Publikum aber über die herausragende schauspielerische Leistung von Laura Dern. Lynch selbst sagte in Venedig, dass Inland Empire schon allein wegen seiner Länge von fast drei Stunden, aber auch grundsätzlich, nicht sofort verstanden werden kann. Die unzähligen miteinander verzahnten Handlungsstränge und Handlungswechsel lassen über die 172 Minuten Dauer Raum für umfangreiche Interpretationen. Lynch selbst hat bei der Premiere seines Films erklärt, er könne nicht sagen, wovon Inland Empire handle. Dies müsse jeder Zuschauer für sich selbst herausfinden. Inland Empire sei ein Blick durch „verschwommene Scheiben des menschlichen Ichs auf dunkle Abgründe“.
4 Kommentare:
Ich kann die Wirkung, die Inland Empire auf mich hatte, gut mit einem Zitat aus dem Film zusammenfassen:
"Ich fühl mich ins Hirn geschissen"
Oder so ähnlich.
Ja, stimmt. Aber ich glaube sie hat gesagt gepisst!
Liebe Susi, geht's dir gut?
eigentlich bin ich ja gegangen, weil es so gestunken hat ;) und dann wurde ich auch no sooooo müde.... und dann auch noch die hasen..... nächstes mal bruce willis, ha ha
ach sooo war das. danke für die erklärung. gott sei dank jetzt weiß ich endlich was abging! ;-D
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