Sonntag morgen hieß es früh aufstehen. Denn wir sind nach Belgien in den SixFlags-Park gefahren. Ich hatte mich auch noch dazu bereit erklärt, hinzufahren. Aber dank des Navigationssystems war es kein Problem. Die Straßen waren leer und es ging schnell voran. Ab und zu hat sich das Navigationssystem gemeldet und Ärger gemacht, wenn ich zu schnell gefahren bin. Mit Musik im Hintergrund hörte sich das Ganze an wie ein Husten und wir hatten schon Angst, sie sei ernsthaft krank. Aber es war nur ein kümmerliches 'Achtung', was sie da von sich gab.
Für vier Leute haben wir 120 Euro bezahlt, aber das hat sich gelohnt. Los ging's mit Vampire, da hing man drin und fuhr durch Loopings, Spiralen usw. Verhältnismäßig langweilig. Weiter zur Holzachterbahn, da fuhren wir rauf und runter und das sorgte für ordentliches Bauchkribbeln. Aber beim Freefalltower dachte ich dann, ich müsste sterben. Seit 9 Jahren hatte ich sowas nicht mehr gemacht. Seit einiger Zeit häuften sich auch die Träume, in denen ich in einem gläsernen Aufzug stehe und immer weiter nach oben fahre, hatte schon die Befürchtung, dass ich eine Höhenphobie entwickle. Wir sitzen also in dem Ding und können ganz Europa überblicken, es geht gefühlte 1000m nach oben. Mir ist ganz schlecht. Und dann hält das Scheißteil an und es passiert erstmal nichts. Es kribbelt wie wild in meinem Körper. Und dann geht's in die Tiefe. Ich mach die Augen zu und krall meine Finger in irgendwas. Unten angekommen steht mein Mund offen und ich seh total bescheuert aus. Aber geil war's trotzdem. Ich bin angefixt und will mehr. Wir lassen uns weiter durchrütteln und -schütteln. Dann warten wir ewig auf die Turbine. Schon beim Anstehen hören wir Schreie, die unter die Haut gehen. Das Licht geht aus als wir drin sitzen und es beschleunigt sofort, wir wissen gar nicht, wie uns geschieht. Mit schlackernden Beinen kommen wir wieder raus und haben alle ein dämliches Grinsen auf dem Gesicht. Dann wollen wir noch auf eine andere Achterbahn, aber die bleibt mittendrin stehen und die armen Menschen hängen fest. Okay, da sollen wir wohl nicht rauf. Statt dessen muss ich unbedingt nochmal auf den Freefalltower, diesmal kann ich die Augen aufhalten und will sofort nochmal.
Wir hatten ordentlich Spaß und sind abends total platt. Ich liege im Bett und werde das Gefühl in meinen Gliedern nicht los, dass ich immer noch irgendwo rumgeschleudert werde.
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